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		<title>Ruedi und Dirks Reiseblog : Tagebuch</title>
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		<description>Aktuellste Tagebuch Einträge von Ruedi und Dirks Weltreise</description>
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			<title>Ruedi und Dirks Reiseblog : Tagebuch</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 11 May 2011 22:51:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Nach der Reise</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/nach-der-reise/</link>
			<description>Luzern</description>
			<content:encoded><![CDATA[Über zwei Wochen sind nun ins Land gegangen, und erst jetzt schaffe ich es, mich an meinen letzten Bericht zu setzen. Es ist ja nicht so, dass ich keine Zeit gehabt hätte. Ganz im Gegenteil. Aber ich fand immer einen Grund, die Sache vor mir herzuschieben. Doro meinte dazu, ich hätte wohl Angst, mit der Reise abzuschliessen. Damit hat sie wahrscheinlich gar nicht so Unrecht. Jetzt bin ich aber so weit.
So abgedroschen es auch klingt, aber ich habe mich mittlerweile gut eingelebt. Mein Zimmer in Beats Wohnung ist eingerichtet, die Behördengänge sind weitestgehend erledigt und ich habe fast schon all meine Freunde getroffen. Ich gehe in den gleichen Supermarkt und in die gleichen Kneipen wie früher. Wie ich es bereits erwähnte: alles ist noch da.
In einem Jahr kann viel passieren. Es kann sich viel verändern. Da wurden Kinder geboren, aber auch geliebte Menschen verloren. Es wurden Jobs gewechselt und Vorhaben über den Haufen geworfen. Aber die Leute um mich herum sind im Grunde noch dieselben. Niemand hat sich mir entfremdet, worüber ich sehr froh bin. Das Gleiche gilt hoffentlich auch im umgekehrten Fall. Man könnte fast meinen, alles sei wie früher und das Jahr meiner Abwesenheit hätte es nicht gegeben. Aber natürlich kann man das so schwarz-weiss nicht betrachten. Ich war weg. Und die Leute haben ihr Leben weitergelebt und sich dabei verändert. Nur nicht in einem Masse, das sich negativ auf meine Beziehung zu ihnen auswirken würde.
Mein Fahrrad steht gesäubert nun im Keller und wartet auf seinen Generalservice. Nach 12214 Kilometern hat es sich das auch redlich verdient. In den 360 Tagen habe ich 173 im Sattel gesessen. Das erscheint auf den ersten Blick wenig, ist jedoch genug, wie ich finde. Wenn alles geklappt hätte wie geplant, wären es mehr. Bis jetzt vermisse ich das Radfahren nicht. Die viel besagte Rückkehrdepression hat sich bei mir noch nicht eingestellt. Vielleicht kommt da noch etwas, wenn ich erst mal anfange zu arbeiten. Das Hier und Jetzt allerdings gefällt mir ausgesprochen gut. ]]></content:encoded>
			<category>Schweiz</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 11 May 2011 22:51:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Endstation</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/endstation/</link>
			<description>Einsiedeln – Luzern

55,3 km in 02:35h</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Kloster in Einsiedeln ist ja schon ein Hingucker und ein vielbesuchter Ort. Aber das Gebimmel am Morgen ist nun wahrlich unchristlich. Um 05:00 Uhr donnern die Glocken los und reissen mich ohne zu fragen aus dem Schlaf. Die Nacht ist somit vorbei. Zum letzten Mal packe ich meine Sachen. Ein wenig Wehmut stellt sich dabei schon ein. Sicherlich bin ich froh, bald nicht mehr aus dem Koffer leben zu müssen, aber das Fahrradfahren macht im Moment einfach riesig Spass. 
Da ich es sonst auch nicht so mit Orientierung habe, ist mir natürlich völlig entfallen, dass es ab Einsiedeln nur noch bergab geht. Mir soll’s recht sein. So kann ich das erneut schöne Wetter in vollen Zügen geniessen. Nur der stramme Wind am Zuger See geht mir ziemlich auf die Nerven. Es ist mir egal, dass er mich bremst. Er ist nur so furchtbar kalt.
Im Handumdrehen bin ich in Küssnacht und erreiche bald darauf die Stadtgrenze zu Luzern. Ich weiss nicht, was ich davon halten soll, als ich das Ortseingangsschild sehe. Einen Augenblick lang spüre ich nur Leere. Keine Freude oder Enttäuschung. Keine Erleichterung oder Niedergeschlagenheit. Es ist nichts da. Doch dann erblicke ich das KKL und die Seepromenade und mir wird klar, dass ich wieder zu Hause bin. Eine Welle der Freude überrollt mich plötzlich. Die Stadt ist noch da und genauso schön wie damals, als ich sie verlassen habe. Ja, ich kehre gern heim.
Im Gegensatz zu dem pompösen Abschied vor einem Jahr, fahre ich heute ganz unbehelligt in die Dornacherstrasse. Insgeheim habe ich ja gehofft, dass mich niemand erkennt. Still und heimlich beende ich so die letzte Etappe. Es gibt auch keine Willkommensparty. Das wäre wahrscheinlich zu viel Trubel für mich. Nur Beat erwartet mich zu Hause. Das reicht. Aber er hat dann doch noch eine Überraschung parat. Da ich zu früh eingetroffen bin, hat das zwar zeitlich nicht ganz geklappt. Aber ich freue mich trotzdem riesig, dass auch Ruedi und später noch Jutta vorbeikommen. Es ist schon ein komisches Gefühl, die drei nach so langer Zeit wiederzusehen. Vor allem auf das Zusammentreffen mit Ruedi war ich sehr gespannt. Ich finde es schön, dass er heute da ist. 
Nach ein paar Häppchen fliessen die ersten Biere. Beat hat international eingekauft, als wolle er der doch recht hohen Anzahl an Ländern, die ich besucht habe, Rechnung tragen. Oder ist es einfach nur mal eine Gelegenheit, etwas anderes auszuprobieren? Wer weiss. Ziemlich angeheitert gehe ich dann endlich mal unter die Dusche und kurz darauf mit den Dreien in die Rathausbraui. Es gibt so viel zu erzählen. Und wenn Ruedi, Beat und Jutta nicht fragen würden, wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte. Manchmal stellt sich sogar ein Moment der Verlorenheit bei mir ein, der jedoch nur von kurzer Dauer ist. Das verschwindet letztlich ganz, als auch noch Irene aufkreuzt. Wir kennen sie ja alle. Die Lebensfreude, die diese Frau ausstrahlt, ist kaum zu überbieten und verjagt jeden traurigen oder negativen Gedanken. 
Beat hat wirklich an alles gedacht. Das ist ein Willkommen, wie es schöner nicht sein kann. Ich fühle mich im Augenblick sehr wohl und geniesse die Gesellschaft meiner Freunde aufs Äusserste. An morgen denke ich erst morgen. ]]></content:encoded>
			<category>Schweiz</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wieder am Anfang</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/wieder-am-anfang/</link>
			<description>Wil – Einsiedeln

83,4 km in 04:58h</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das tolle Osterwetter lockt so manchen Radler aus seiner Behausung. Auf dem Radweg im Tösstal kommt es beinahe zu stauähnlichen Zuständen. Denn auch Skater und Wanderer sind zuhauf auf den Beinen. Trotz der vielen Menschen inspiriert mich gerade das Tösstal zu der Überlegung, die Schweiz noch ein wenig mehr mit dem Velo zu erkunden. Der Abschnitt von Turbenthal bis Rapperswil gefällt mir sehr gut. Davon sollte es doch bestimmt noch mehr geben.
Hinter Pfäffikon geht es dann mal wieder richtig zur Sache. Der Aufstieg nach Einsiedeln hat es in sich. Steil und endlos lang. Ist der erste Schmerz jedoch überwunden, läuft es fast wie von selbst. Ich trete einfach stur in die Pedale, ohne eine Pause zu machen. Das letzte Stück ist allerdings auch mir ein bisschen zu steil. Ich muss zwar trotz Schotterpiste nicht absteigen und schieben, aber diese Route ist definitiv nur etwas für geübte Radwanderer. Es wundert mich gar nicht, dass mir kein zweiter bepackter Radler begegnet. Da sollte die morgige Fahrt über den Sattel zum Kinderspiel werden.
Als ich den Sihlsee erblicke, weiss ich, dass es für heute geschafft ist. Bis Einsiedeln geht es jetzt nur noch bergab. Der Wallfahrtsort ist voll mit Besuchern. Ich mache mir für einen kurzen Moment schon Sorgen, ob ich denn eine Unterkunft finde. Völlig unbegründet, wie sich schnell herausstellt. Die meisten Leute sind nur Tagesausflügler, die morgen wieder arbeiten müssen. Ich bekomme mein Zimmer im Handumdrehen.
Hier also schliesst sich nun der Kreis. Hier haben Ruedi und ich vor einem knappen Jahr unsere erste Nacht verbracht. Ich sitze zum Abendessen auch wieder in derselben Pizzeria. Nur diesmal allein. Wenn ich daran denke, wie das damals hier zu und her ging. Ruedi war eigentlich noch krank, rannte zu Arzt und Apotheke, während ich mich weiter mit dem Aufbau unserer Webseite beschäftigte. Das alles ist nun so weit weg und doch so deutlich in meiner Erinnerung. Aber es ist vergangen. Und ich werde auch die letzte Nacht meiner Reise hier verbringen.]]></content:encoded>
			<category>Schweiz</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Heimkehr</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/heimkehr/</link>
			<description>Wilhelmsdorf – Wil

80,5 km in 04:36h</description>
			<content:encoded><![CDATA[Schweren Herzens verabschiede ich mich am Morgen von Familie Hügle und ihrem Gasthof. Es hat mir wirklich richtig gut gefallen. Hätte ich mehr Zeit, würde ich glatt noch ein paar Tage bleiben. So muss ich wohl irgendwann mal wiederkommen. Der Himmel sieht heute etwas dunkel aus. Regen scheint im Anmarsch zu sein. Bleibt zu hoffen, dass ich ihm davonfahren kann. 
Zwischen Wilhelmsdorf und Friedrichshafen liegt nur ein ernstzunehmender Anstieg. Von dessen Gipfel aus schimmert mir der Bodensee entgegen. Da ist er also. Der See, der mich noch von zu Hause trennt. Es ist ziemlich dunstig, so dass der Ausblick recht dürftig bleibt. Ein seltsames Gefühl der Leere macht sich plötzlich breit. In einer Stunde wird auch Deutschland Geschichte sein.
Um 14.30 Uhr ist es dann soweit. Ich setze nach einem Jahr meine Füsse wieder auf Schweizer Boden. Allerdings tue ich das mit gemischten Gefühlen. Einerseits sehe ich das Ende kommen. Und andererseits bin ich überwältigt und fasziniert, wie vor ein paar Wochen in Holland. Es ist unglaublich schön hier, was nicht daran liegt, dass die Schweiz einfach schön ist. Die gesamte Tour durch Deutschland war bis auf die kalten und trüben Tage in der Mitte genauso wunderbar. Es ist wohl eher das Gefühl der Rückkehr nach Hause, unterstützt von der unbändigen Kraft des Frühlings, der alles erblühen und wachsen lässt. Mein Gehirn schüttet Endorphine aus wie blöde. Ich glaube, ich bin im Moment glücklich.
Nahezu ungestört radle ich auf kleinen Nebenstrassen durchs hügelige Land. Es ist atemberaubend. Lediglich die letzten 10 Kilometer nach Wil verlaufen auf teils übler Schotterpiste. Das ist einer Velo-Nationalroute nicht würdig. Aber Schwamm drüber. Auch die grossen Radwanderwege in Deutschland haben ihre Schwächen.
So viele Sachen habe ich so lange nicht mehr gesehen. Da sind der Postbus und die Eisenbahn. Die Migros und der COOP. Die Wanderroutenausschilderung und das bunte Geld. Ich komme mir vor wie Alice im Wunderland. Es gibt einiges, an das ich mich erstmal wieder gewöhnen muss. ]]></content:encoded>
			<category>Schweiz</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 24 Apr 2011 21:18:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gedankenspiele</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/gedankenspiele/</link>
			<description>Wilhelmsdorf</description>
			<content:encoded><![CDATA[Matze fragte mich in Berlin, wie es mir denn nach dieser langen Reise so geht. Und damit meinte er nicht die Eindrücke und Erlebnisse, die ich erfahren habe, sondern den momentanen Gemütszustand. Jetzt, da es vorbei ist. Ich antwortete ihm, dass ich mich sehr gut fühle. Schliesslich sei die Reise noch nicht zu Ende und Berlin ein Teil davon. Ausserdem läge noch eine zweiwöchige Schlussrunde vor mir. Also kein Grund zur Panik. Nun jedoch sitze ich in Wilhelmsdorf und bin nur noch eine halbe Tagesetappe von dem Land entfernt, in dem alles begann. Die unbarmherzige Realität liegt in greifbarer Nähe. Das wahre Leben schreit förmlich nach mir. Natürlich freue ich mich auf Luzern und meine Freunde. Aber andererseits graut es mir vor dem Alltag. Ich weiss jetzt schon, dass ich das Radreisen unheimlich vermissen werde. In Neuseeland hatte ich irgendwie keine Lust mehr, aber hier und jetzt kann ich mir nichts Schöneres vorstellen. 
Ausserdem wird sich so Manches oder Mancher verändert haben. In einem Jahr kann viel passieren. Da stellt sich mir die Frage, ob ich damit klarkommen werde. Und an meinen neuen Job mag ich gleich gar nicht denken. Ich weiss, dass ich mich nicht vor neuen Herausforderungen drücke. Ich gehe eigentlich davon aus, dass ich mit Neugier und Motivation die Sache anpacken werde und es sich somit bestimmt nur um ein vorübergehendes Unwohlsein handelt. Aber im Moment liegt mir nichts ferner als die Arbeit.
Mir bleiben noch drei Tage, die ich mit Sicherheit genauso geniessen werde wie die letzten zwei Wochen. Bei dem schönen Wetter sollte mir das allerdings nicht allzu schwerfallen. Aber die Panik wird kommen. Spätestens am Dienstag.]]></content:encoded>
			<category>Deutschland</category>
			
			
			<pubDate>Sat, 23 Apr 2011 20:49:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Wieder online</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/wieder-online/</link>
			<description>Es tut mir leid, dass Ihr so lange auf Neuigkeiten warten musstet. Ich selbst bin überrascht von...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Auf Fotos braucht Ihr nicht zu hoffen. Ich habe seit dem Start in Berlin irgendwie keine Lust mehr aufs Fotografieren. Nicht mal der Vollständigkeit halber. Sicherlich ist das anfänglich schlechte Wetter nicht ganz unschuldig. Aber auch bei dem jetzigen tollen Sonnenschein geht da nichts mehr.
Für alle, die es noch nicht wissen: Ich werde am 26. April 2011 in Luzern zurück sein. Also gleich nach Ostern.]]></content:encoded>
			<category>Telegramm</category>
			<category>Deutschland</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 16:50:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bleifuss</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/bleifuss/</link>
			<description>Laupheim – Wilhelmsdorf

78,9 km in 04:13h</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Ruhe im Lande ist betörend. Kaum ein Auto ist am heutigen Feiertag auf der Strasse. Stattdessen sitzen die Leute zuhauf auf ihren Fahrrädern und geniessen das schöne Wetter bei etwas Körperertüchtigung. Es gibt aber auch diejenigen, die die leeren Strassen nutzen, um sich mit ihren Autos mal so richtig auszutoben. Ich weiss nicht, ob es typisch ländlich ist. Aber die Dörfler drücken dermassen auf die Tube, als wären sie bei der Formel-1. Erstaunlich, wie wenig genügt, um sie glücklich zu machen. Was für Idioten!
Eine Herausforderung ist die heutige Etappe auch wieder nicht. Die Berge lassen so kurz vor dem Bodensee immer noch auf sich warten. Bis jetzt war nur der Abschnitt im thüringischen Vogtland wirklich anstrengend. Irgendwie stört mich das jedoch herzlich wenig und tut dem Genuss in keinster Weise einen Abbruch. Und wahrscheinlich ist das auch einer der Gründe, warum ich momentan so viel Freude am Radfahren habe.
Im Gasthof in Wilhelmsdorf habe ich endlich wieder Zugang zum Internet. Nach fast zwei Wochen Deutschlandtour. Ich bin entsetzt von diesem mangelnden Angebot. Sicherlich habe ich häufig in kleineren Orten übernachtet, aber auch in den Hotels in grösseren Städten gab es keine Möglichkeit, ins Netz zu gelangen. Noch bevor ich unter die Dusche gehe, aktualisiere ich als erstes meine Homepage. Das Zimmer ist im Übrigen toll. Ein Glücksgriff mit regelrechtem Wohlfühlcharakter.
Am Abend entlädt sich das erste Frühlingsgewitter. Ich dachte zunächst, dass plötzlich andauernd LKWs hier vorbeidonnern. Mann, wie blöd! Aber so kann man sich irren. Es geht da draussen ganz schön zur Sache. Ich liebe dieses Naturschauspiel.]]></content:encoded>
			<category>Deutschland</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 22 Apr 2011 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Osterurlauber</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/osterurlauber/</link>
			<description>Höchstädt a. d. Donau – Laupheim

100,1 km in 05:06h</description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach dem Frühstück verabschiedet mich Frau Maier mit dem Wunsch, ihr doch mal zu schreiben. Zu Weihnachten beispielsweise. Das ist schräg, da sie doch eine recht grosse Familie hat, von der sie eigentlich genügend Postkarten bekommen müsste. Aber ich werde ihr den Wunsch erfüllen, wenn ich es nicht vergesse. Und das ist gar nicht so unwahrscheinlich.
Ich komme heute wieder ziemlich schnell voran. Das Gelände ist nach wie vor flach. Trotz der dichten Besiedlung in Deutschland macht das Radfahren richtig Spass. Auf den Nebenstrassen hat man seine Ruhe und immer noch genug Zivilisation, um überall etwas zu essen zu bekommen. Das ist toll. Auch heute passiert nicht viel unterwegs. Eine Körperverletzung und ein Beinaheunfall sind die einzigen Highlights. Die Körperverletzung betrifft eine Schlange. Leider schafft sie es nicht rechtzeitig über die Strasse, so dass ich ihr das Hinterteil plattfahre. Kurz darauf hockt ein kleiner Gecko vor meinem Vorderrad. Der ist aber flink genug, um noch davonzurennen. 
In Ulm verlasse ich den Donauradweg. Diesmal wurde der nicht mitten durch die Stadt gelegt, sondern an ihr vorbei. Das ist sehr erfreulich. Denn es nervt schon ein wenig, wenn man kreuz und quer durch einen Ort gelotst wird, an dem man eigentlich nicht interessiert ist. Es geht weiter auf dem Donau-Bodensee-Radweg, von dem ich bald abweiche, da ich unbedingt einen Gasthof finden muss. Es wird Zeit fürs Mittagessen. Das führt leider dazu, dass ich in Donaustetten nicht auf Anhieb auf die Hauptroute zurückgelange. Es ist immer dasselbe. Einmal weg, steht man ohne Karten im Regen. Schliesslich gelingt es mir doch.
Bis Laupheim sind es nur noch wenige Kilometer, die ich ganz gemütlich dahin radle. Wider Erwarten gestaltet sich die Hotelsuche dort erneut schwierig. Ich hätte es eigentlich wissen müssen. Ostern, schönes Wetter, volle Hotels. Und natürlich sind die preiswerteren Unterkünfte als Erste ausgebucht. Da darf ich also heute mal wieder etwas tiefer in die Tasche greifen. Der Gasthof „Schützen“ besteht aus mehreren neuen Häusern. In meinem zweistöckigen Haus bin ich völlig allein. Das ist unheimlich und seltsam. Aber das Zimmer ist sehr modern und schön. Für die nächsten zwei Nächte in Wilhelmsdorf habe ich gestern wohlweislich schon reserviert und das letzte Zimmer bekommen. Glück gehabt, denn auf dem Land gibt es nicht viele Alternativen.]]></content:encoded>
			<category>Deutschland</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bemutterung</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/bemutterung/</link>
			<description>Neuburg a. d. Donau – Höchstädt a. d. Donau

68,2 km in 03:34h</description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Fahrt heute verläuft ziemlich ereignislos. Landschaftlich gibt es keine grosse Veränderung. Immer schön an der Donau entlang. Für meinen Geschmack allerdings zu viel auf Naturstrassen oder Schotterpisten. Schon bald überlege ich mir, nur bis Höchstädt statt bis Gundelfingen zu fahren, da erstere einen netteren Eindruck auf mich macht. Ausserdem stehen die Chancen auf eine günstige Unterkunft dort besser. Gleich beim ersten Versuch klappt es. Ich komme bei Frau Maier unter. Was sich mir da bietet, habe ich jedoch noch nicht erlebt.
Zunächst werde ich zum Kaffee eingeladen. Das passt ganz gut und ist völlig normal, da ich bereits um 15.00 Uhr eintreffe. Danach zeigt Frau Maier mir ihren Garten, die Ferienwohnung und den eigenen Gebetsaltar. Mit letzterem kann ich wenig anfangen, aber jedem das seine. Ausserdem bastelt die ältere Dame sehr gern. Sie hat einen recht grossen Park mit Figürchen und Häuschen angelegt. Hinzu kommt ein kleiner Teich mit Engeln. Alles zusammen wirkt ziemlich kitschig, vor allem wenn es am Abend beleuchtet ist. Aber die Hauptsache ist, dass es ihr gefällt. 
Zwei weitere Radfahrer kommen am späteren Nachmittag. Maria und Max sind beide um die fünfzig Jahre alt und nicht das erste Mal mit dem Rad unterwegs. Maria war auch schon in Südostasien auf der Piste. Frau Maier, mit der wir bereits per Du sind, betuttelt uns wie eine Oma. Sie selbst hat vier Kinder, zehn Enkel und neun Urenkel. Aber niemand wohnt in der Gegend, so dass sie sich mit Freude um ihre Gäste kümmert. Am Abend packt sie ihren selbstgemachten Likör und Wein aus. Nur eine Kostprobe, heisst es. Eine glatte Lüge, wie sich schnell zeigt. Wir probieren drei Liköre und trinken eine Flasche sehr süssen Wein aus. Währenddessen darf ich mich an den üblichen Gesprächen über Krankheit und andere Sorgen beteiligen. Es ist fast wie zu Hause. Die familiäre Atmosphäre ist unbezahlbar. Aber ich glaube, ein Tag reicht mir. Es würde mir sicherlich irgendwann zu viel werden, auch wenn Frau Maier wirklich total nett ist und es nur gut meint. Denn schliesslich habe ich schon eine Mutter, die sich nur allzu gern um mich kümmert. Gegen halb Elf verabschiede ich mich. Der Jüngste verschwindet als erster ins Bett. So muss es sein. Mehr Likör oder Wein geht aber nicht mehr. Und ich will morgen keinen Kater haben. Die anderen machen fröhlich weiter.]]></content:encoded>
			<category>Deutschland</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kein Anschluss in diesem Land</title>
			<link>http://www.ruvelodi.ch/tagebuch/single/article/kein-anschluss-in-diesem-land/</link>
			<description>Bad Abbach – Neuburg a. d. Donau

107,9 km in 05:26h</description>
			<content:encoded><![CDATA[In Neuseeland habe ich mich darüber aufgeregt, dass das Internet teilweise so teuer ist. Aber es hat es wenigstens gegeben. Hier in Deutschland scheint es unmöglich zu sein, ans Netz zu kommen. Kein WLAN in den Pensionen oder Hotels, keine Internetcafés. Ich müsste bald das Doppelte für eine Nacht bezahlen, um in einem mindestens 3-Sterne-Hotel Internetanschluss zu haben. Das kommt allerdings nicht in Frage. Da wird die Aktualisierung der Webseite wohl noch ein bisschen warten müssen.
Hochwasser hat die Deiche auf der einen Seite der Donau unterspült und damit den Radweg unpassierbar gemacht. Der wurde nun auf die andere Seite umgeleitet, was dazu führt, dass ich mich in Kehlheim total verfahre. Fehlende Ausschilderung und mangelnde Aufmerksamkeit meinerseits unterstützen das Ganze. Es kostet mich einiges an Zeit, ehe ich endlich die Stadt auf dem richtigen Wege hinter mir lassen kann. Ich habe einfach nicht geschnallt, dass ein Teilstück des Radweges auf dem Fluss per Schiff überbrückt wird. Ich mache das natürlich nicht und fahre lieber die Alternativverbindung über den Berg. Dafür geht’s danach rasant zur Sache. Die Steigung weiter flussaufwärts ist vernachlässigbar, und der Wind schiebt kräftig von hinten. Nur der Asphalt fehlt. Das enttäuscht mich ein wenig. Ich habe in der Hinsicht vom Donauradwanderweg mehr erwartet. Ist er doch einer der am häufigsten befahrenen Radwege. Stattdessen habe ich bis auf kurze Abschnitte Schotter unter meinen Rädern.
Über das Wetter muss ich keine Worte verlieren. Sonnenschein pur und Wärme. Endlich kann ich wieder in kurzen Hosen und ohne Socken fahren. Und offensichtlich besteht keine Gefahr von Regen in den nächsten Tagen. Besser geht’s nicht.]]></content:encoded>
			<category>Deutschland</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 00:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
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